Stormarn und Hamburg einig: Kooperation statt KonkurrenzStormarn und Hamburg einig: Kooperation statt Konkurrenz
 
 

24.03.2010

Stormarn und Hamburg einig: Kooperation statt Konkurrenz

Wirtschaftssenator Axel Gedaschko und WAS-Geschäftsführer Norbert Leinius

Firmenansiedlungen - Wirtschaftsförderer setzen auf Stärken der Region. Senator Axel Gedaschko und WAS-Chef Norbert Leinius sehen große Chancen, wenn beide Seiten an einem Strang ziehen.

Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) setzt auf eine stärkere Zusammenarbeit Hamburgs und Schleswig-Holsteins. Vorbildlich sei bereits die Kooperation der Hansestadt mit dem Kreis Stormarn. Die funktioniere dank der räumlichen und persönlichen Nähe seit über zehn Jahren sehr gut, sagte der Senator im Barsbütteler Rathaus. Dort sprach Gedaschko über die Rolle Stormarns für die Wirtschaft in der Metropolregion Hamburg. "Hier laufen die Dinge in Sachen Wirtschaftspolitik so, wie es sein sollte", sagt er.

Eine mögliche Ansiedlung der Allianz in Oststeinbek sehe er gelassen. Gedaschko: "Wir sind zu klein, um international unterschiedlich wahrgenommen zu werden."

Der Chef der Hamburger Wirtschaftsbehörde, der die Region um die Hansestadt lieber als "Muskelring" statt als "Speckgürtel" bezeichnet, zeigte sich in Barsbüttel als Fan eines Nordstaates. Statt an der äußeren Form wolle er aber lieber am Inhalt arbeiten. So habe er mit Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) vereinbart, dass ein einheitlicher Wirtschaftsraum entstehen solle. Gedaschko bot den Stormarnern auch an, sich an der "Innovationsallianz Hamburg" zu beteiligen. Mit diesem Projekt, das am Dienstag in der Hansestadt gestartet ist, will die Wirtschaftsbehörde Angebot und Nachfrage in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Weiterbildung und Lehre zusammenführen sowie anwendungsorientierte Forschungsinstitute und innovative Unternehmen fördern. Hamburg will damit auch den mittleren und kleinen Betrieben unter die Arme greifen. "Kooperation kann uns nur voranbringen", sagte auch Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS).

Hamburg brauche das Umland, denn die Stadt habe kaum noch Gewerbeflächen. Die A 1 sei die strategische Achse für die gewerbliche Besiedlung, und der Ausbau der A 21 werde die Region um Trittau und Bargteheide aufwerten. Derzeit arbeite er an einer Studie, die eine Prognose für die Entwicklung der Metropolregion bis 2025 liefere. Die Ergebnisse sollen im Sommer vorgestellt werden. Größter Wunsch des WAS-Geschäftsführers: Eine gemeinsame Landesplanung mit Hamburg. Ein Gedanke, den auch der Wirtschaftssenator unterstützte. Einer Ausweitung der Metropolregion in Richtung Flensburg erteilten beide eine Absage. Leinius: "Das würde den Metropolgedanken verwässern."

In der nachfolgenden Diskussion beschränkten sich die Zuhörer auf wenige Fragen. Zwei Themen bewegten besonders: das Gastschulabkommen zwischen Hamburg und Schleswig Holstein und die Fortführung des Ring 3. "Wir sind nicht neidisch auf die Extrawurst für Barsbüttel, aber 100 Meter weiter wissen die Kinder nicht, ob sie ihr Abitur in Hamburg zu Ende machen dürfen", monierte Bürgermeister Ortwin Jahnke aus Braak. "Ein Ergebnis, das es eigentlich nicht geben darf", sagte Gedaschko. Auch er zöge kürzere Wege für Auszubildende zu ihren Berufsschulen vor, was über die Ländergrenzen hinweg einfacher wäre.

Die Barsbütteler Politiker Martin Habersaat (SPD) und Christian Ebke (CDU) kritisierten Hamburgs Rückzug vom Ausbau des Ring 3. "Unser Gewerbegebiet endet in einer Sackgasse, weil Hamburg den Ring nicht schließen will", sagte der Landtagsabgeordnete Habersaat. Man habe beim Ring 3 wenig vorausschauend geplant, so Gedaschko.

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 24.03.2010
Foto: von Barbara Moszczynski

 
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