Nicht zu viel versprochen!
Es wird ein gutes Jahr, so prophezeite Norbert Leinius, Chef der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH (WAS), Anfang 2010. Und das war nicht zu viel versprochen. Dank unserer breiten Wirtschaftsstruktur und eines starken Mittelstands haben wir zwei konjunkturell schwächere Jahre in Stormarn stabil überstanden und 2010 ein gutes Ergebnis erzielt.
Übergeordnet gilt für uns nach wie vor Arbeitsplätze zu schaffen und sichern und den Wirtschaftsstandort Stormarn als starken Wirtschaftsraum weiter nach vorne zu bringen. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 % stehen wir im Norden wieder einmal an der Spitze und auch im bundesweiten Vergleich brauchen wir uns nicht zu verstecken.
Ein guter Service der Wirtschaftsförderung, die das Unternehmen partnerschaftlich begleitet und immer wieder das Gespräch sucht, ist ebenso wichtig, wie eine rasche Reaktions-geschwindigkeit bei Anfragen aus der Wirtschaft.
Allein in den letzten Monaten siedelten wir 15 Betriebe an oder vergrößerten ihren Firmensitz innerhalb der Kreisgrenzen. 30 Mio. EUR für reine Hochbaumaßnahmen investierte die Wirtschaft, 602 Arbeitsplätze wurden neu geschaffen oder durch betriebliche Maßnahmen gesichert, gibt Leinius bekannt.
Ein paar Beispiele: Systra Logistik GmbH, Spedition und Logistikbetrieb (Durchführung von nationalen und internationalen Transporten mit Dritten), Baltic Solar GmbH, 1. Kompetenz-zentrum für erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein, Schwerpunkt im Bereich Solarthermie und Kraftwärmekopplung, ALDI-Zentralwarenlager, Plogsties GmbH, Handel mit KfZ-Zubehör.
Die Ergebnisse des Gutachtens „Gewerbeflächenkonzeption für die Metropolregion Hamburg“ sind wichtige Orientierungshilfen, wo zukünftig in Sachen Standortentwicklung die „Musik spielt“, so der WAS-Chef. Für Unternehmen sind nachstehende Standortanforderungen von entscheidender Bedeutung: - die gute Lage/die Erreichbarkeit für den spezifischen Betriebszweck, günstige Kosten, Preise und Steuern, die Nähe zu Beschaffungs- und Absatzmärkten sowie eine unbürokratische Handhabung (gute Betreuung durch Wirtschaftsförderungen und Behörden, schnelle Genehmigungsverfahren).
Die Gewerbeflächenkonzeption müssen wir noch optimieren und durch Bestandsimmobilien ergänzen (z. B. um Leerstände zu vermeiden und den Flächenverbrauch zu reduzieren). Hier laufen zurzeit konkrete Vertragsverhandlungen zwischen Hamburg und den Nachbarkreisen.
Was noch fehlt, ist ein umfassender Handlungsrahmen für die Metropolregion Hamburg. Zu diesem gehört dann auch ein schlüssiges Konzept der Siedlungsentwicklung und der bedarfs-gerechte Ausbau der notwendigen Verkehrsinfrastruktur. Zum Bereich Siedlungsentwicklung gehört ein regionales Wohnraumentwicklungskonzept.
Leinius: Gleichwohl haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass gerade in Zeiten, in denen Unternehmen sich zurückhaltender zeigen, was eine Neuansiedlung betrifft, der Bestands-pflege im Wirtschaftsförderungsalltag eine noch stärkere Bedeutung zukam. Das „A“ und „O“ – ein offenes Ohr für ansässige Betriebe zu haben.
Stets am Puls der Zeit zu sein und den Standort Stormarn regional, überregional bekannt zu machen. Themen, die uns bewegen und motivieren, konsequent dafür zu kämpfen, sind der Ausbau der Verkehrswege (A 21, Nordtangente Ahrensburg, Ortsumfahrung Hammoor), größtmögliche Chancen der Fehmarnbelt-Querung zu nutzen, die „Bevölkerungsentwicklung“ im Blick, durch Zusammenarbeit der Regionen Impulse für Wachstum geben, die Attraktivität in Stormarn für Investoren und Fachkräfte noch mehr zu erhöhen.
Stormarn zeichnet sich aus durch gute Bildung, erstklassiges Kulturangebot und attraktive Wohn- und Arbeitsbedingungen.
Vorsätze: Lokales vertiefen, regionales ausbauen und bundesweit mithalten, das steht für 2011 auf unserer Agenda. Wir schauen optimistisch, neugierig und anpackend in das neue Jahr. Stormarn hat alle guten Voraussetzungen: Arbeitsmarkt, Soziales, Wirtschaft und Wohlstand – alle wichtigen wirtschaftlichen Indikatoren weisen nach einer Bewertung der Prognos AG nach oben! Die Metropole Hamburg wird immer beliebter; der Trend zur Reurbanisierung ist deutlich erkennbar. Hiervon wird auch der unmittelbar an Hamburg angrenzende Kreis Stormarn profitieren.