Pressemeldung

13.01.10 16:25

Kein Platz für Groß-Logistiker

Der Krise zum Trotz ist das Ansiedlungsergebnis der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) "besser als erwartet ausgefallen", sagt WAS-Geschäftsführer Norbert Leinius. 2009 konnten 21 Betriebe angesiedelt werden oder fanden einen neuen Standort, was oft mit Erweiterungen einher ging. "Dadurch konnten über 400 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 300 gesichert werden", so der WAS-Chef.

Größter Coup war der Neubau von Peek & Cloppenburg in Reinbek, wo 250 Arbeitsplätze entstehen. Von Reinbek aus werden 30 Filialen in Deutschland und dem benachbarten Ausland versorgt. Insgesamt haben die 21 Unternehmen fast 40 Millionen Euro in Stormarn investiert.

Wenn man Lidl in Siek dazurechnet, wo der Spatenstich mit Verspätung im Juni erfolgte, steigt die Summe auf über 50 Millionen. Das Zentrallager soll im Januar seinen Betrieb aufnehmen. 150 Mitarbeiter werden dort in der ersten Phase beschäftigt sein, aber "Lidl wird sicher noch erweitern", erwartet Leinius.

In Bargteheide wird durch das kürzlich erfolgte Okay für die Verbindungsstraße zwischen den Gewerbegebieten der Neubau des Aldi-Logistikzentrums möglich. "Ein Glücksfall für Bargteheide", so Leinius. Zusätzlichen Verkehr werde es nicht geben, da "Aldi ja schon da ist", das alte Grundstück biete anderen Firmen gleichzeitig die Möglichkeit für Erweiterungen. Grundsätzlich will die WAS aber in Zukunft keine größeren Logistikunternehmen mehr ansiedeln. Leinius: "Für Flächen über zehn Hektar ist der Kreis Stormarn zu klein und zu liebenswert."

Vor einem Jahr haben Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erstmals gemeinsam ein Gutachten für Gewerbeflächenpolitik in der Metropolregion in Auftrag gegeben. "Es geht darum, welche Flächen in welcher Qualität und von welchen Branchen in den nächsten 15 Jahren nachgefragt werden", erläutert Norbert Leinius, dessen WAS die Projektleitung übernommen hat. Ende Januar soll es einen Zwischenbericht geben. Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen haben die beiden Kreise Harburg und Stormarn bis zum Jahr 2020 die besten Zukunftsaussichten in der Region. Was im Falle Stormarns auch mit der Fehmarn-Belt-Querung zu tun hat. "Unser Kreis wird nach den Prognosen am meisten profitieren. Wir müssen aber aufpassen, dass Stormarn keine Transitstrecke wird", sagt Norbert Leinius. Die Experten prognostizieren eine 15-prozentige Nachfragesteigerung, von der in erster Linie der Bereich Bargteheide/Hammoor profitiert, aber auch für Nordstormarn bieten sich neue Chancen.

Im südlichen Stormarn ist die Nachfrage von Firmen ohnehin ungebrochen. Für Grundstücke in Barsbüttel gebe es mehrere Interessenten, in Reinbek sind trotz Erweiterungen kaum noch Grundstücke frei, und in Braak hofft der WAS-Chef, dass die Landesplanung jetzt ihr Okay für eine Erweiterung des Gewerbegebiets östlich der Autobahn gibt. Leinius: "Von den 25 Hektar ist schon jetzt die Hälfte verplant."

Dass für Braak ein Zielabweichungsverfahren nötig war, hängt mit dem Landesentwicklungsplan zusammen. Mit dem neuen Landesentwickungsplan (LEP) sollten die Kreise die Planungshoheit bekommen, der LEP liegt zurzeit aber auf Eis. Ein Kritikpunkt war die Aufteilung der Kreise im Norden Hamburg. Norbert Leinius: "Wir brauchen einen gemeinsamen Regionalplan für die Metropolregion, um sie national und international zu stärken."

Auf Beistand aus Kiel und Hamburg hofft der WAS-Chef auch bei Thema Verkehr. Neben dem Bau zusätzlicher Gleise auf der Bahnlinie Hamburg-Lübeck gilt das besonders für den Ausbau der B 404 zur Autobahn: "Die A 21 ist für die Region von großer Wichtigkeit, besonders wenn die Fehrmarnbelt-Querung fertig gestellt ist. Die muss endlich im Bundesverkehrswegeplan verankert werden."

Quelle: STORMARNER TAGEBLATT


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