Pressemeldung

11.11.09 16:01

Ausbau der B 404 privat finanzieren

Investitionen in die Infrastruktur und eine Regionalplanung mit Hamburg fordern Stormarner Unternehmer. Auf Einladung der WAS und der Sparkasse hatten sie sich in Reinbek zu einer Runde mit Uli Wachholtz getroffen, dem Vorsitzenden der Unternehmensverbände Nord.

Erstmals hatten die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) und die Sparkasse Holstein gemeinsam zum Unternehmenfrühstück eingeladen, und erstmals gab es dabei einen "special guest": Uli Wachholtz, seit Mai Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord).

Entsprechend breit war die Palette der Themen, die aber alle eine Zielrichtung hatten: Wie kann man den Norden als Wirtschaftsstandort stärken? Der Schlüssel liegt in der verstärkten Zusammenarbeit mit Hamburg, waren sich Uli Wachholtz, WAS-Chef Norbert Leinius, Sparkassenvorsitzender Dr. Martin Lüdiger und Landrat Klaus Plöger einig.

"Die Fusion der Unternehmensverbände von Hamburg und Schleswig-Holstein war auch ein Signal an die Politik. Wir brauchen eine gemeinsame Landesplanung, eine gemeinsame Gewerbepolitik und eine gemeinsame Hochschul-Entwicklung", so der UV Nord-Präsident. "Für eine dynamische Entwicklung brauchen wir die Kooperation mit Hamburg", betonte auch Norbert Leinius, der mit dem Entwurf des neuen Landesregionalplans (LEP) überhaupt nicht einverstanden ist: "Wir brauchen einen Regionalplan für die Metropolregion, wie wir ihn seit sechs Jahren fordern. Die im LEP Trennung in Tortenstücke rund um Hamburg ist schädlich für uns alle."

Wenn der Norden mit einer Stimme spreche, werde er auch mehr Gehör finden, sind die Unternehmer überzeugt. In der Infrastuktur gebe es einen "erheblichen Nachholbedarf", so Wachholtz. Der Hamburger Hafen brauche unbedingt die Elbvertiefung, um mit Rotterdam oder Wilhelmshaven mithalten zu könne. Der Flughafen Hamburg müsse ausgebaut und eine Zusammenarbeit mit Blankensee geprüft werden. Gleichzeitig müsse Kiel die Pläne für einen Flughafen in Kaltenkirchen wieder forcieren.

Vom Bau der Fehmarnbelt-Querung erwartet Wachholtz, dass die Region zwischen Kopenhagen und Hamburg "eine der großen Entwicklungsregionen in Europa wird". Dafür seien allerdings der Ausbau der Schienen- und Straßenverbindungen erforderlich. Auch dafür sei es erforderlich, dass man in Berlin mit einer Stimme spreche: "Der neue Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat mit Sicherheit den Süden besser drauf als den Norden."

Norbert Leinius erwartet, dass sich die schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten dafür einsetzen, dass der Ausbau der B 404 im Bundesverkehrswegeplan ganz nach oben kommt. "Sonst reden wir noch in 20 Jahren darüber", befürchtet das WAS-Chef. "Die westliche Elbquerung hilft uns nicht. Wir brauchen die östliche Umfahrung Hamburgs mit der A 21 bis Lüneburg und weiter bis zur A 7", so Landrat Klaus Plöger, der eine private Finanzierung vorschlug. "Bis jetzt hat man in Berlin nichts erreicht. Vielleicht hilft es ja, wenn man merkt, dass es nicht mehr so viel kostet." Bei den Unternehmen wurde der Vorschlag wohlwollend aufgenommen, im Land "habe ich aber nicht die volle Unterstützung, weil es politisch nicht gewollt ist, das so zu diskutieren."

Von der neuen Landesregierung erwarten die Firmenchefs Schulden- und Bürokratieabbau. "25 Prozent der Arbeitnehmer sind damit beschäftigt, Landes- und Bundesgesetze abzuarbeiten", so Dr. Martin Lüdiger:"Man spricht immer von Bürokratieabbau, in Wirklichkeit gibt es aber einen Bürokratieaufbau."

Quelle: STORMARNER TAGEBLATT


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